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russischer Schriftsteller und Arzt, geb. am 17.1. 1860 in Taganrog, gest. am 15.7.1904 in Badenweiler (Baden-Württemberg), wo er Heilung von einem langjährigen Lungenleiden suchte. Sein Drama „Die Möwe“ fiel 1896 bei der Premiere in Petersburg mit viel Getöse durch. Aber schon wenige Jahrzehnte später galt Tschechow als unübertroffener Vorläufer moderner Dramatik. Für Ionescu zählte er neben Shakespeare, Sophokles und Aischylos zu den größten Dramatikern. Mit seinem Namen verbinden sich Stücke wie „Onkel Wanja“, „Der Kirschgarten“, „Drei Schwestern“ sowie meisterhafte Kurzgeschichten, wie „Die Dame mit dem Hündchen“, die zur Weltliteratur gehören. Seine Erzählung „Krankenzimmer Nr. 6“ wurde zum Synonym für die lähmende, geisttötende Situation im damaligen Rußland. In
seinen Stücken gestaltet der Dichter immer wieder die Konflikte
zwischen dem reaktionären Landadel und der intellektuellen Elite des
Landes, dem aufstrebenden Bürgertum.
Tschechow beschreibt mit verhaltener Melancholie und feinem Humor
verfehlte Lebensziele und Probleme des menschlichen Zusammenlebens. Er
schildert die alltäglichen Tragödien der Einsamkeit und der Isolation.
Die an äußerer Handlung armen Dramen sind geprägt von der feinfühligen
Charakte-risierungskunst ihres Schöpfers, verbunden mit liebevoll
differenzierter psychologischer Durch-dringung seiner Protagonisten. |